Langsamer- und Wiener Walzer

 

Wiener Walzer:
Wir beginnen mit dem Wiener Walzer, der wie viele andere Tänze auch ein Gesellschaftstanz, ein Paartanz und ein Turniertanz ist. Er zählt zu den Standardtänzen, ist sogar in dem Welttanzprogramm aufgenommen und er wird wie oben schon erwähnt immer als Paar getanzt. Der Wiener Walzer ist den Takten (60 TPM) nach, der schnellste Tanz den das Welttanzprogramm anzubieten hat und wird heut zu Tage gern auf Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten getanzt. Doch wenn man nur die Taktschläge (174-180 BPM) beobachtet fällt der Name als der schnellste Tanz im WTP weg. Diesen Tanz kann man nur zu Walzermusik tanzen und dies geschieht entweder in einem ¾ oder in einen  6/8 Takt.

Er kommt ursprünglich aus Österreich und entstand um ungefähr 1770. Der Walzer generell ist der älteste Tanz, der zu den modernen bürgerlichen Gesellschaftstänzen zählt. Durch die Erwähnung eines Bernadon-Darstellers, in einer Komödie, wurde der Wiener Walzer in der Französischen Revolution immer berühmter und angesehener, denn er vertrieb das aristokratische Menuett von der Spitze der maßgebenden Gesellschaftstänze.

Dies geschah alles, obwohl er am Anfang nicht gern gesehen wurde, denn die Fußknöchel der Damen waren zu sehen und man musste sich beim Tanzen ständig berühren. Noch in den Jahren vor dem Wiener Kongress begann die Freiheit des Balltanzens voran zu schreiten und der Walzer wurde immer lieber gespielt. Richtig beliebt und angesehen wurde er erst durch den Wiener Kongress von 1814/15. Seine schwebende Form bekam er aber recht spät und zwar erst im 19. Jahrhundert. Nur der Boston Waltz oder auch der Langsame Walzer wurden in England getanzt, doch der Wiener Walzer wurde nie in diesem Land.


Langsamer Walzer:
Auch der Langsame Walzer ist ein Standardtanz, ein Gesellschaftstanz, ein Paartanz und natürlich auch ein Turniertanz. Wird auch wie der Wiener Walzer zu Walzermusik getanzt, aber er besteht nur aus einem ¾-Takt. Doch der Langsame Walzer ist, wie der Name schon erahnen lässt,  viel langsamer als der oben genannte Walzer. Den Langsamen Walzer tanzt man mit 28-30 Takten pro Minute und 84-90 Taktschlägen pro Minute. Er stammt auch nicht, wie der Wiener Walzer aus Österreich, sonder sein Herkunftsland ist England.

Durch die Entstehung einer sanften Form des Wiener Walzers, in den USA, der mit niedrigem Tempo getanzt wird, entwickelte sich in England um 1920 der Langsame Walzer. Weil er aus England stammt nennt man ihn auch English Waltz. Doch manche Menschen und Quellen sind der Annahme, dass Österreich das Ursprungsland aller Walzerarten sei. Seit 1963 ist der Langsame Walzer gar nicht mehr aus dem Welttanzprogramm weg zu denken. Meist wird dieser Tanz zu Eröffnungen von Tanzveranstaltungen getanzt und wird, mit vier anderen Tänzen, immer und bei jedem Turnier auf der Welt als erstes gewertet.

Ein sehr wichtiger Bestandteil des Langsamen Walzers ist der Schwung beim Tanzen, der auf den ersten Schlag ausgeübt wird und dann mit den restlichen zwei Schritten abgefedert wird. Bei diesem Schwung holen geht der Körper immer etwas in die Knie und wird auf dem zweiten und dritten Schlag wieder aufgerichtet. Auch der Oberkörper hat etwas zu tun, denn der neigt sich immer etwas nach links, um die Drehbewegung abzufangen und abzubremsen. Beim Langsamen, sowie beim Wiener Walzer wird immer in Tanzrichtung getanzt. Wenn der Platz es hergibt wird sich auch durch den ganzen Raum gedreht und getanzt.